Warnhinweise & Schockbilder auf Zigarettenschachteln

Schockbilder Auf Zigarettenschachteln – muss das sein ?

Raucher-Schockbilder
Bild: europäische Generaldirektion Gesundheit und Verbraucher

Auch wenn sie viele mittlerweile gar nicht mehr bewusst wahrnehmen, so kennt sie doch jeder: die auf allen in Deutschland erhältlichen Zigaretten (und auch anderen Tabak-Produkten) abgebildeten „Schock-Bilder“ inklusive fett gedruckter Warn-Botschaften. Die Frage, die sich viele ob der doch enorm unansehnlichen und teils auch störenden Bilder verständlicherweise stellen; ist die nach dem Sinn dieser Maßnahmen – und ob „weniger“ in diesem Fall nicht vielleicht doch „mehr“ wäre.


Fest stehen dabei mindestens zwei Dinge. Zum einen, dass eine Kennzeichnungspflicht generell erforderlich scheint, vor allem wenn es um Aspekte wie den Kinder- und Jugendschutz in Bezug auf potentiell gesundheitsschädliche Produkte geht – und zum anderen, dass ausgerechnet diese Kennzeichnungen zu einem enormen Verdruss bei den erwachsenen und mündigen Konsumenten führen. Unter anderem deshalb gibt es mittlerweile sogar ganze Kampagnen, die sich ganz allgemein gegen die sogenannte „Kennzeichnungspflicht“ stellen – oder sie zumindest erheblich einschränken wollen. In Bezug auf Zigaretten hieße das: Warnhinweise (wie das berühmt-berüchtigte „Rauchen schadet Ihrer Gesundheit“) ja, Schock-Bilder oder andere weitreichende Maßnahmen nein.

Genau so wurde es früher einmal gehandhabt (man erinnere sich an die Zeit vor dem Jahr 2014) – wobei unklar ist, wie genau sich einzelne Maßnahmen auf das Raucherverhalten insgesamt auswirken. Schließlich kann man nicht einfach die Zahlen an rauchenden (oder verkauften Zigaretten) aus der Zeit ohne und der mit Schockbildern vergleichen (siehe unter anderem hier) – da schlicht und ergreifend zu viele andere Faktoren zu beachten gilt.


Festhalten kann man folgende Dinge:

  • Zigaretten (und Tabak-Waren) sind ein Genussmittel für Erwachsene. Ein nicht nur potentiell gesundheitsschädliches Genussmittel, welches man entsprechend maßvoll konsumieren sollte – wobei man sich immer über die möglichen Folgen im klaren sein muss.
  • Produkte wie Zigaretten oder entsprechende Alternativen einem minderjährigen Publikum „schmackhaft“ machen zu wollen ist zu Recht untersagt – weshalb wir absolut nachvollziehen können, dass Dinge wie eine öffentliche Zigarettenwerbung im Fernsehen, im Kino oder im Radio verboten sind. Sicher, viele der alten Werbungen waren enorm witzig und genießen einen gewissen Kultstatus. Doch wenn man ehrlich ist, kann man (ob als Raucher oder Nicht-Raucher) nicht sagen, dass man Werbung (was generell einen nicht zu Unrecht negativ behafteten Begriff darstellt) wirklich „vermisst“.
  • Etwaige Kennzeichnungen auf Zigaretten-Schachteln oder Tabak-Produkten sind nachvollziehbar. Allerdings nur, solange gewisse Grenzen eingehalten werden. Gegen einen Hinweis auf mögliche gesundheitliche Folgen hat niemand etwas – wohl aber gegen fragwürdig stilisierte Schock-Bilder, die oftmals nichts mit dem eigentlichen Thema am Hut haben.
  • Dass Begriffe wie „mild“, „light“ oder „leicht“ in Bezug auf bestimmte Zigarettensorten verboten wurden ist noch ansatzweise nachvollziehbar – sie suggerierten ja tatsächlich, dass ein solches Produkt auch automatisch „weniger schädlich“ gewesen wäre. Das keinerlei Werte zu Nikotin- und Schadstoffgehalt mehr auf den Verpackungen gedruckt werden dürfen, ist dagegen absolut nicht nachvollziehbar. Jeder sollte das Recht haben direkt zu erfahren, was genau er da gerade konsumiert.

Natürlich, es handelt sich um ein schwieriges und auch emotionales Thema – bei dem die entsprechenden Entscheidungsträger eine alles andere als leichte Aufgabe haben. Dennoch wünschen sich nicht wenige, dass man ein wenig mehr Augenmaß an den Tag legt – und nur Maßnahmen ergreift, die auch einen Sinn ergeben. Es gilt, den Spagat zwischen Verharmlosung (gar keine Hinweise mehr) und Bevormundung (nur noch Warnungen bei entsprechender Verminderung des Genusses) zu finden. Ein Beispiel für letzteres gibt es unter anderem hier – in Sachen Ideenreichtum ist man wohl noch lange nicht am Ende.

Will man Zigaretten komplett aus einem Land und der Bevölkerung verbannen, gibt es ohnehin nur einen einzigen funktionierenden Weg – und das ist eine erhebliche Preissteigerung, wie sie etwa in Neuseeland oder Australien zu beobachten ist. Ob dies allerdings auch der „richtige“ Weg ist, ist eine ganz andere Frage…

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